Kinder & Hunde

Aktualisiert: 15. Aug.


Verhaltensregeln für den richtigen Umgang mit Hunden


Hunde und Kinder können in vieler Hinsicht voneinander profitieren, das haben diverse Studien bereits belegt. Hunde sind jedoch kein Spielzeug, sondern Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Nicht immer möchte ein Hund spielen, gekrault werden oder hat Lust tollkühne Abenteuer zu erleben. Hunde, die in einer Familie mit Kindern leben, sind täglich vielen Reizen ausgesetzt. Ein Alltag mit Kindern ist anstrengend und kann einen Hund und sei er noch so souverän, ganz schön stressen. Damit es im Alltag nicht zu gefährlichen Situationen zwischen Kindern und Hunden kommt, müssen Kinder im richtigen Umgang mit dem Hund angeleitet und begleitet werden. Die Traumvorstellung vom Dreamteam Kind und Hund scheint für viele Eltern manchmal in weite Ferne zu rücken, denn Beziehungsaufbau benötigt Geduld und Zeit. Lernt ein Kind den Hund zu verstehen, auf seine Befindlichkeit zu achten und vor allem seine Bedürfnisse zu respektieren, dann ist die Basis für ein harmonisches Miteinander geschaffen. [Claudia Peter-Plum, Präventionsschulungen für einen sicheren Umgang von Kind und Hund, (abgerufen im August 2022), https://dogsandkids.de/]


Damit einem entspannten Zusammenleben nichts im Wege steht, habe ich Euch die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen gefasst:

  1. Ein Hund sollte niemals beim Fressen gestört werden. Versuche nicht ihm sein Futter (Kauknochen) wegzunehmen. Aus Hundesicht ist es völlig normal, seine "Beute" (sein Fressen) zu verteidigen. Das zeigt er durch knurren und beißen.

  2. Kinder sollten nie vor einem Hund davon laufen. Auch nicht, wenn sie Angst vor ihm haben! Hunde laufen und jagen von Natur aus gerne. Wenn etwas davon läuft, liegt es in ihrer Natur, hinterher zu laufen und zu schnappen. Deshalb ist es sinnvoll, stehen zu bleiben, wenn ein Hund hinterherläuft.

  3. Kein Hund ist wie der andere. Achte darauf, dass Dein Kind jedem Hund vorsichtig und rücksichtsvoll begegnet. Jeder Hund hat andere Eigenarten. Der eine ist verspielt und mag Kinder, der andere ist ängstlich und vorsichtig. Ganz gleich ob Hunde sich äußerlich ähneln - ihr Wesen ist meist ganz unterschiedlich.

  4. Lasse Dein Kind niemals alleine mit dem Hund spazieren gehen. Kinder können kritische und gefährliche Situation nicht umfangreich einschätzen und sind meistens körperlich und kräftemäßig Hunden unterlegen (z.B. Hundebegegnungen).

  5. Kinder sollten Achtung und Respekt gegenüber Hunden haben. Sie sollten als Lebewesen und Sozialpartner geachtet werden. Lasse Kinder und Hunde niemals unbeaufsichtigt.

  6. Kinder sollten raufende Hunde niemals trennen oder dazwischen gehen.

  7. Egal wie vernünftig Dein Kind wirkt, Kinder sind nicht in der Lage, einen Hund allein auszubilden und ihm Grenzen zu setzen. Die Hauptarbeit liegt bei Dir.

  8. Ganz gleich wie lieb und freundlich ein Hund aussieht, lass Dein Kind nur zu ihm gehen, wenn sein Besitzer es erlaubt.

  9. Dein Kind darf einen Hund nicht am Schwanz (oder Ohren) ziehen und nicht darauf treten. Das verursacht beim Hund Schmerzen und er wird sich dagegen mit schnappen oder beißen wehren. Hunde werden am liebsten seitlich am Hals oder Rücken gestreichelt.

  10. Achte darauf, dass ein Erwachsener in der Nähe ist, wenn Dein Kind mit einem Hund spielen möchte. Die meisten Hunde spielen gerne, auch alte Hunde. Etwas zu fangen oder zu jagen macht ihnen Spaß. Spielerisch an einem Spielzeug festzuhalten und zu zerren, dafür lässt sich jeder Hund begeistern. Dabei kann es passieren, dass der Hund einmal mit den Zähnen daneben schnappt. Das ist zwar nicht bös gemeint, kann aber ziemlich weg tun.

  11. Zeige Deinem Kind wie es einem Hund Leckerlis richtig geben kann. Manche Hund reagieren stürmisch, wenn es um Futter oder Leckerlis geht. Da kann schon mal ein Finger oder die kleine Kinderhand zwischen die Hundezähne geraten. Am Besten legen Kinder das Leckerli auf die offene Handfläche und der Hund nimmt es erst, nachdem das Kind die Erlaubnis erteilt hat.

  12. Schlafende und ruhende Hunde soll man nicht wecken. Hat sich der Hund zurückgezogen oder schläft in seinem Bett, darf er nicht gestört werden. Kinder sollten das respektieren.

Hunde können tolle Freunde werden. Dazu ist es ganz wichtig, bestimmte Regeln einzuhalten und die Körpersprache der Hunde zu verstehen. So steht einem entspannten und harmonischen Zusammenleben nichts entgegen.


Passende Aufgaben für Kinder:

  • Versteck- und Suchspiele: Kind versteckt sich, Leckerchen verstecken, Spielzeug verstecken und Hund suchen lassen.

  • Fellpflege (bürsten): sofern es der Hund gern hat.

  • Füttern: Kinder können das Futter zu bereiten und dem Hund das Futter hinstellen. Der Hund sollte bereits ruhig warten können, bis der Napf angestellt wird.

  • Kleine Übungseinheiten: Kleine Trainingseinheiten des Hundeeinmaleins (Sitz, Platz, Bleib, Hier), wenn der Hund die Grundlagen schon verstanden hat.